Ein Liebeslied der tanzenden Flammen


Nein, eigentlich sind es drei Kerzen, in der Form eines wunderschönen, verzierten, großen, orangenen Wachszylinder.

Ich betrachte die Kerze, während eines Seminares. Die drei Flammen faszinieren mich immer mehr. Wie gebannt schau ich auf das Flammenspiel der Kerzen.


Die Flammen ziehen mich magisch an. Ich kann nicht anders, als ständig in den Flammentanz zu sehen. Und dann bemerke ich, dass das Wachs der drei Kerzen,  zu einem großen Wachs-See verschmolzen sind. Sie bilden einen orangenen Wachsspiegel-See in Herzensform.

Die Anziehungskraft der Flammen, wird für mich immer stärker. Ich entdecke, dass die Flammen sich in dem flüssigen Wachs spiegeln. Die Herzform der drei Kerzen, das Spiegelbild der tanzenden Flammen ... meine Augen können sich nicht mehr davon trennen.

Ich beobachte dieses Spiel, die Flammen bewegen sich leicht, wie im Tanz. Alle drei Flammen bewegen sich im gleichen Rhythmus. Im flüssigen Wachs bewegen sich die Flammen im Spiegelbild.

Es kommt mir vor, wie ein Liebestanz des Kerzenlichtes. Die Flammen tanzen alle um ihren Docht herum.



Ein Liebeslied der tanzenden Flammen.

Sie wiegen sich leicht im Rhythmus, unseres Atemwindes.
Sie zeigen die Leichtigkeit, eines spielendes Kindes.

Sie bewegen sich wie Verliebte, beim Liebesspiel,
Fortbewegung und Vereinigung, ist ihr Ziel.

Die obere Flamme tanzend, sich bewegt,
die untere aufbäumend, nach oben sich hebt.

Ein Spiel der sich liebenden Flammen,
der Docht in der Mitte, hält alles zusammen.

Sie tanzen und bewegen sich um den Docht herum,
sie lachen und singen, doch bleibt alles stumm.
Ich höre sie lachen und weinen zugleich,
ihre Bewegungen sind fließend und weich.

Die Kerzenflammen tanzen im Atemwind.
Wie ein kleines, spielendes, liebliches Kind.
Sie bewegen sich mal beschwingt und heiter,
dann sanft sich wiegend, immer weiter.

Sie zucken und flackern,
stehen auf und stehen still,
grad so, wie der Atemwind es will.

Ihr Tanz ist so liebevoll fließend, so anmutig schön
ich hoffe, er wird noch lange nicht vergehen.

Eine Botschaft ist in diesem Spiel,
diese zu erkennen, ist mein Ziel.

Sie spiegeln sich ihr Licht, im heißen Kerzenwachs wieder.
im Flackern, erkenn ich darin die kosmischen Lieder.

Sie tanzen im Rhythmus der selben Zeit,
sind aber zu ändern der Richtung, bereit.

Sie bewegen sich um ihre eigene Mitte
doch wer ist der "Dritte im Bunde", BITTE?

Zeigen sie mir, das ICH der Docht bin?
Bin ICH die Mitte?
Oh, so sagt es mir, bitte!

Die Flammen ... meine Wege, meine Leben,
die um den Docht, um mich Selbst, sich bewegen?

Meine Leben bewegen sich mal hin und her,
mal ist's beschwingt und dann wieder schwer?

Dann bläst der Wind mich fast aus,
jedoch im selben Spiel, komme ich gut nach Haus!

Und wenn der Docht ist, die Quelle?
Bewege ich mich immer auf der selben Stelle?
Mal oben und mal unten?
Mal unten und dann wieder oben?
Das Spiel der Flammen ... es läßt sich loben!

Tanze Ich nicht ständig um die Quelle herum?
Bewege mich mal "gescheit und dann wieder dumm"?

Ist das Spiel der Flamme, das Spiel der Quelle
ich bewege mich immer, auf der selben Stelle?

Ist es das Spiel, über das alle Lachen
wenn wir im Hier und Jetzt, Erfahrungen machen?

Ist es der Atem Gottes, der die Flammen zum tanzen bringt?
Sind sie deshalb so lustig, frei und beschwingt?

Ich dacht, es sei mein Atem, der sie bewegt,
doch halt, in mir doch Gottes-Atem sich regt.

Die Kerze, die Flamme, der Spiegel, der Wind.
Die Seele, die Quelle, die Reise, das Kind.

Die Flamme ist das Licht, das tanzt in mir,
ich sehe das Selbe in der Welt und in Dir.

So geht dieser wunderschöne Tag zu Ende,
wir reichen uns liebevoll die Hände.
Das Spiel der Flammen ist nun aus ...
wir kehren alle zufrieden nach Haus.

Dort setz ich mich hin und schreib auf
was mich bewegt.
Das Spiel der Flammen, mein Verstand "zerlegt"
Doch zu reden hat mein Herz jetzt die Zeit,
es ist so hoch, so tief und so weit.

Das tanzende Flammenspiel, zeigte mir die Geschichte,
die sich formte zu diesem Gedichte.

Ich wünsche auch Dir, du stiller Betrachter, du kannst sehen
wie eine kleine Kerze, vermag zu stehen.

 

von Barbara Oppitz